Jahresrückblick der Freiwilligen Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen
positive Entwicklung mit weiterem Handlungsbedarf
Jahresrückblick der Freiwilligen Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen - positive Entwicklung mit weiterem Handlungsbedarf
Die Freiwillige Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen hat im vergangenen Jahr erneut ihre hohe Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Mit insgesamt 74 Einsätzen und 59 Übungen war das Jahr von einer hohen Belastung und einem zugleich sehr engagierten Ausbildungsbetrieb geprägt. Die Feuerwehr leistet damit einen wesentlichen Beitrag für die Sicherheit der Bevölkerung in der Gemeinde. Gleichzeitig zeigt sich jedoch weiterhin deutlich, dass trotz einer positiven Entwicklung bei den Mitgliederzahlen noch mehr Freiwillige benötigt werden, um die Einsatzbereitschaft langfristig und insbesondere tagsüber verlässlich sicherzustellen.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Bereich der Nachwuchsarbeit. Die Jugendfeuerwehr und die Kindergruppe stellen einen unverzichtbaren Bestandteil der Feuerwehrgemeinschaft dar und sind zugleich die Grundlage für die Zukunft der Einsatzabteilung. Die Jugendfeuerwehr mit 19 Mitgliedern absolvierte im zurückliegenden Jahr 37 Übungen. Hinzu kommen 20 Kinder in der Kindergruppe, die bereits früh an die Werte von Gemeinschaft, Verantwortung, Hilfsbereitschaft und Teamgeist herangeführt werden. Diese konsequente Nachwuchsarbeit ist von großer Bedeutung, reicht jedoch allein noch nicht aus, um den künftigen Bedarf an Einsatzkräften vollständig zu decken. Deshalb bleibt die Gewinnung weiterer Freiwilliger eine zentrale Aufgabe.
Die Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen zählt aktuell 121 Mitglieder. Davon gehören 60 der Einsatzabteilung an, was einem Zuwachs von drei Aktiven gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Anstieg ist positiv zu bewerten und zeigt, dass sich die Entwicklung in die richtige Richtung bewegt. Dennoch wird auch deutlich, dass die aktuelle Personalstärke noch nicht ausreicht. Nach den Vorgaben des Bedarfsplans wären für eine Gemeinde dieser Größe rund 85 Feuerwehrangehörige erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist klar festzuhalten: Die Feuerwehr braucht weiterhin dringend zusätzliche Freiwillige, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden und die Leistungsfähigkeit dauerhaft abzusichern.
Im Einsatzgeschehen des vergangenen Jahres spiegelte sich die gesamte Bandbreite moderner Feuerwehrarbeit wider. Von den 74 Einsätzen entfielen 34 auf Brandeinsätze und 30 auf technische Hilfeleistungen. Jeder einzelne Einsatz verlangt den Einsatzkräften ein hohes Maß an Fachwissen, Verlässlichkeit, Belastbarkeit und Teamarbeit ab. Darüber hinaus investierten die Angehörigen der Feuerwehr rund 2720 Stunden in Einsätze, Übungen und Lehrgänge – zusätzlich zu Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen. Dieses ehrenamtliche Engagement verdient höchste Anerkennung. Zugleich zeigt gerade diese hohe zeitliche Beanspruchung, wie wichtig es ist, weitere Menschen für den Feuerwehrdienst zu gewinnen, um die vorhandenen Kräfte nachhaltig zu entlasten.
Eine besondere Herausforderung stellt weiterhin die Tagesverfügbarkeit dar. Trotz des erfreulichen Mitgliederzuwachses ist die personelle Verfügbarkeit tagsüber nach wie vor unzureichend. Schon seit Jahren ist die Feuerwehr deshalb bei Einsätzen auf die Unterstützung benachbarter Wehren, insbesondere aus Daisendorf und Meersburg, angewiesen. Diese interkommunale Zusammenarbeit ist wichtig und bewährt, kann jedoch auf Dauer nicht die alleinige Lösung sein. Ziel muss es sein, die Einsatzlagen wieder stärker mit eigenen Kräften bewältigen zu können. Dafür sind weitere aktive Feuerwehrangehörige zwingend erforderlich. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel, berufliche Pendlerstrukturen und die allgemein steigenden Anforderungen an das Ehrenamt wird deutlich, dass die Gewinnung neuer Freiwilliger für die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehr von entscheidender Bedeutung ist.
Auch die Altersabteilung ist ein wichtiger Bestandteil der Feuerwehr und umfasst derzeit 21 Mitglieder. Sie trägt wesentlich zur Kameradschaft, zur Traditionspflege und zur inneren Verbundenheit der Wehr bei. Ebenso hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde, die die Feuerwehr nicht nur organisatorisch unterstützt, sondern sich auch finanziell engagiert. Dieses partnerschaftliche Miteinander ist eine wichtige Grundlage für eine funktionierende Feuerwehrstruktur vor Ort.
Aus kommunaler Sicht ist die Entwicklung bei den Aktiven zwar positiv, sie darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin ein personeller Abstand zu den im Bedarfsplan formulierten Anforderungen besteht. Die vorhandenen 60 Aktiven bilden eine tragfähige Basis, reichen aber auf Dauer nicht aus, um alle Herausforderungen ohne zusätzliche Unterstützung sicher zu bewältigen. Umso wichtiger ist es, weiterhin gezielt für den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst zu werben und neue Freiwillige für die Mitarbeit zu gewinnen.
Auch auf Kreisebene wird die Situation mit Blick auf Ausbildung, Einsatzspektrum und Rahmenbedingungen klar eingeordnet. Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der Einsätze verdeutlichen, wie wichtig eine breite, qualitativ hochwertige Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass gute Ausbildung allein nicht genügt, wenn die personelle Stärke nicht mit den tatsächlichen Anforderungen Schritt hält. Die Feuerwehren benötigen deshalb nicht nur qualifizierte, sondern vor allem auch ausreichend viele ehrenamtliche Einsatzkräfte.
Hinzu kommen äußere Rahmenbedingungen, die sich zunehmend auf die Einsatzbereitschaft auswirken. So können etwa verkehrslenkende Maßnahmen und Geschwindigkeitsbeschränkungen dazu führen, dass Feuerwehrangehörige später an den Gerätehäusern eintreffen. Dies kann sich unmittelbar auf die Ausrückezeiten auswirken und die Einhaltung der im Bedarfsplan zugrunde gelegten Fristen erschweren. Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig eine starke personelle Basis in der Fläche ist. Je mehr Freiwillige zur Verfügung stehen, desto robuster und verlässlicher kann die Einsatzfähigkeit sichergestellt werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Freiwillige Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen engagiert, leistungsstark und zukunftsorientiert aufgestellt ist. Die positive Entwicklung bei der Mitgliederzahl, die starke Nachwuchsarbeit und die hohe Einsatzbereitschaft sind sehr erfreulich. Gleichzeitig bleibt die personelle Verstärkung der Einsatzabteilung eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre. Die Feuerwehr braucht weiterhin mehr Freiwillige – nicht als allgemeine Wunschvorstellung, sondern als konkrete Voraussetzung dafür, die Sicherheit der Bevölkerung auch künftig in vollem Umfang gewährleisten zu können.