50 Jahre im Dienst der Feuerwehr
Große Ehrungen für Ewald Moser und Joachim Mäder

1975 – die Welt befindet sich im Wandel

Helmut Schmidt wird Bundeskanzler, in Vietnam endet ein langer Krieg, und die Ölkrise verändert das Mobilitätsverhalten der Menschen. Auch in Uhldingen-Mühlhofen wurde in dieser Zeit ein bedeutender Grundstein gelegt – nicht politisch, sondern ehrenamtlich: die Gründung der Jugendfeuerwehr. Und mittendrin: zwei junge Männer, die bis heute untrennbar mit der Geschichte der Feuerwehr verbunden sind – Ewald Moser und Joachim Mäder.

die zwei geehrten Führungskräfte

Alles begann mit einer Idee beim kameradschaftlichen Teil nach der Jahreshauptübung 1974 im „Bahnhof“: Der damalige Kommandant Ernst Fuchs, Bürgermeister Karl-Heinz Weber und Kurt Distel beschlossen, eine Jugendfeuerwehr ins Leben zu rufen. Am 22. Februar 1975 war es dann so weit – Ewald Moser und Joachim „Joe“ Mäder zählten zu den ersten 18 Jugendlichen aus allen Ortsteilen, die sich der neu gegründeten Jugendfeuerwehr Uhldingen-Mühlhofen anschlossen. Seit diesem Tag galt für die beiden das Motto: „Der Trupp bleibt zusammen.“ Gemeinsam fuhren sie zur Firma Ziegler nach Giengen zur Einkleidung, nahmen noch im selben Jahr erfolgreich am Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren in Immenstaad teil, sammelten Leistungsabzeichen und absolvierten gemeinsam Wettkämpfe. Mit dem Übertritt in die aktive Wehr setzte sich ihre Feuerwehrkarriere beinahe pausenlos fort.

In den folgenden Jahrzehnten durchliefen beide 18 Lehrgänge – von der Grundausbildung über den Maschinisten, Atemschutzgeräteträger, Funker bis hin zum Verbandsführer. Die Vielzahl ihrer Ausbildungen und ihre langjährige aktive Dienstzeit führten auch zu zahlreichen Beförderungen: Joachim Mäder wurde Oberbrandmeister, Ewald Moser sogar Hauptbrandmeister. Beide übernahmen über Jahrzehnte hinweg zentrale und verantwortungsvolle Funktionen innerhalb der Feuerwehr. Ewald Moser war von 1998 bis 2003 stellvertretender Kommandant der Abteilung Unteruhldingen, von 2005 bis 2015 Fachgebietsleiter für die Ausbildung von Truppmännern und Truppführern und von 2008 bis 2018 schließlich Gesamtkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Uhldingen-Mühlhofen. Joachim Mäder begann 1987 als Gerätewart der Abteilung Unteruhldingen, war von 1987 bis 2008 Atemschutzgerätewart, von 1993 bis 1998 stellvertretender Kommandant der Abteilung und anschließend bis 2008 deren Abteilungskommandant. Parallel dazu war er von 1998 bis 2018 erster Stellvertreter des Gesamtkommandanten.

Was viele nicht wissen: Beide engagierten sich jahrelang zusätzlich über die Gemeindegrenzen hinaus im Katastrophenschutz. Ewald Moser und Joachim Mäder wirkten über viele Jahre hinweg aktiv im Führungsstab des Landkreises Bodenseekreis mit – dort, wo in Großschadenslagen schnelle Entscheidungen, Übersicht und koordinierte Führung gefragt sind. Ihre Erfahrung, Ruhe und Kompetenz waren ein unschätzbarer Gewinn – besonders bei komplexen Einsatzlagen oder größeren Gefahrenlagen im Landkreis.

Gemeinsam haben sie unzählige Weichen für die Zukunft gestellt – sowohl bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge wie dem HLF (2006), dem Gerätewagen Transport (2011), zwei Mannschaftstransportwagen (2012), einer Drehleiter (2014) und einem weiteren Kommandowagen (2017), als auch bei der Neustrukturierung der Feuerwehr. Bereits im Jahr 2000 wurde mit ihrer Unterstützung der erste Stein für das neue zentrale Feuerwehrhaus in der Bahnhofstraße ins Rollen gebracht. Nur einen Monat nach Ewalds Wahl zum Kommandanten erfolgte 2008 der Spatenstich. Der Bau war eine große Herausforderung, die Ewald Moser neben seiner eigenen Firma inoffiziell leitete. 2009 fand dort die erste Jahreshauptübung statt – ein Meilenstein. Ebenso groß war die Aufgabe, drei zuvor selbstständige Abteilungen unter einem Dach zu vereinen – auch dies gelang unter ihrer Führung.

Doch auch der Feuerwehrnachwuchs war beiden stets ein besonderes Anliegen: Im Jahr 2015 riefen sie gemeinsam die Kindergruppe der Jugendfeuerwehr ins Leben – ein Projekt, das bis heute begeistert und wächst. Bei aller Professionalität, Ausbildung und Struktur darf ein Wert nie vergessen werden, der über all die Jahrzehnte hinweg mitgetragen hat: die Kameradschaft. Die unzähligen gemeinsamen Stunden bei Übungen, Einsätzen, Sitzungen und Feiern haben nicht nur Vertrauen und Verlässlichkeit entstehen lassen – sie haben auch echte Freundschaften hervorgebracht. Gerade bei längeren Einsätzen oder schwierigen Entscheidungen war es diese besondere Form des Zusammenhalts, die getragen hat, was man alleine nicht hätte leisten können.

Dass dieses Maß an Engagement nicht immer mit einem normalen Alltag vereinbar ist, versteht sich von selbst. Und so gab es viele Momente, in denen die berufliche Arbeit zurückstehen musste – wenn der Melder ging, wenn am Wochenende Dienst war, wenn plötzlich ein Einsatz dazwischenkam. Gerade Ewald Moser, der als Unternehmer zusätzlich die Bauleitung für das neue Feuerwehrhaus übernahm, hat oft am Limit gearbeitet – ebenso wie Joachim Mäder, der in seiner parallelen Laufbahn über viele Jahre Gerätewart, Führungskraft und Einsatzkraft in einer Person war. Beiden war klar: Ohne Kompromisse im Alltag ist eine solche Lebensleistung nicht möglich. Und doch – oder gerade deshalb – waren sie immer da, wenn sie gebraucht wurden.

Anlässlich der Hauptversammlung 2025 wurden die beiden nun nach 50 Jahren aktiver Dienstzeit in die Alterswehr verabschiedet. Es war ein bewegender Moment, der mit gleich drei besonderen Ehrungen einherging: Kreisbrandmeister Alexander Amann verlieh beiden das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold, die höchste Auszeichnung des Deutschen Feuerwehrverbandes. Zudem wurde Ewald Moser vom Gemeinderat zum Ehrenkommandanten ernannt – eine seltene Ehre, die zuvor nur Kurt Distel und Ernst Fuchs zuteilwurde.

50 Jahre Ehrungen und Ernennung zum Ehrenkommandant

Doch bei all dem Engagement, dem Zeitaufwand, den Einsätzen, Sitzungen, Übungen, Wochenenden und Führungsverantwortungen darf eines nicht unerwähnt bleiben: Ohne den Rückhalt ihrer Familien wäre all dies nicht möglich gewesen. Insbesondere ihren Ehefrauen gilt an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank. Sie haben über Jahrzehnte mitgetragen, mit organisiert, oft zurückgesteckt und mit viel Verständnis und Geduld den Rücken freigehalten – auch nachts, wenn der Melder ging, oder an Feiertagen, wenn ein Einsatz wichtiger war als der Festtagstisch. Es ist keine Selbstverständlichkeit, solch ein Engagement nicht nur zu tolerieren, sondern aktiv zu stützen. Ohne sie hätte diese beeindruckende Lebensleistung so nicht gelingen können.

Kommandant Marco Lattner brachte in seiner Laudatio zum Ausdruck, was viele dachten: „Ihr beide seid das beste Beispiel dafür, dass man bei der Jugendfeuerwehr fürs Leben lernt.“ 50 Jahre Feuerwehr – das bedeutet Dienst am Nächsten, Tag für Tag, bei Wind und Wetter. Es bedeutet Verzicht, Verantwortung, Kameradschaft – und vor allem: Vorbild zu sein.

Und dieses Vorbild wirkt weiter. Für die jungen Kameradinnen und Kameraden in unserer Wehr seid ihr der lebendige Beweis dafür, wie wertvoll Engagement, Verlässlichkeit und Zusammenhalt sind. Eure Geschichte zeigt, dass Feuerwehr nicht nur Einsatz bedeutet, sondern auch Gemeinschaft, Vertrauen, lebenslanges Lernen – und ein Platz, an dem man mit Herz und Überzeugung etwas bewegen kann. Es ist diese Haltung, die unsere Feuerwehr stark macht – und es sind Menschen wie ihr, die sie lebendig halten.

Lieber Ewald, lieber Joe – und auch ein herzliches Dankeschön an Eure Familien – im Namen aller Kameradinnen und Kameraden sagen wir: Danke. Der Trupp bleibt zusammen – jetzt in der Alterswehr, aber für immer ein fester Bestandteil unserer Feuerwehrfamilie.

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